Sonntag, 12. August 2018

Das letzte halbe Jahr - Von Selbstfindung und dem Erwachsenwerden

Ich habe in den letzten Monaten kaum etwas von mir hören lassen - dabei ist doch so viel passiert, über das es sich zu schreiben lohnt.
Das wichtigste von all dem ist - glaube ich - dass ich meine Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen habe. Zwischen dem 01. Februar und dem 31. Juli 2018 war ich also hauptsächlich damit beschäftigt zu planen, Planungen durchzuführen, zu reflektieren und den Arbeitsalltag zu meistern. Ich habe eine Facharbeit geschrieben und eine praktische Prüfung hinter mich gebracht und manchmal habe ich mich dabei erwischt, wie ich angefangen habe, mich, also meine Persönlichkeit, nur noch über meine Noten zu definieren.
Lief etwas gut, habe ich mich allgemein gut gefühlt, lief etwas nicht so gut, habe ich mich manchmal wie ein schlechter Mensch gefühlt. Ich hatte deshalb immer die Motivation mich anzustrengen, dass es mir selbst besser geht. Doch was ist, wenn ich irgendwann keine Noten, kein Lob mehr bekomme? Wer bin ich dann? Und welche Motivation habe ich?

Seit dem 01. August bin ich in dem Kindergarten, in dem ich mein Berufspraktikum gemacht habe, fest eingestellt und ich glaube, dass ich meine Antwort gefunden habe: Das Leben ist Motivation genug. Ich mache die Arbeit, die ich in den letzten fünf Jahren mit viel Herz erlernt habe und ganz nebenbei tue ich auch noch das, was ich besonders liebe: Musik. Ich bin die Erzieherin, die viel Musik macht. Und ich habe die Chance mich mit ihr einzubringen und mich weiterzubilden, zu lernen.


Ich habe mich in die Rolle als Schülerin eingefunden, in die Rolle als Berufspraktikantin und ich dachte, dass es schwer ist, mich an meine Rolle als Erzieherin zu gewöhnen. Aber das ist es nicht, es ist ein Prozess. Denn gleichzeitig finde ich mich auch in die Rolle einer Erwachsenen ein - mit Terminen bei der Sparkasse und Ordnern für wichtige Dokumente über Versicherungen. Ende des Monats werde ich dann in meine eigene Wohnung ziehen und es gibt viel zu tun.

Und dann werde ich anfangen all das Liegengebliebene nachzuholen: Ich werde das Buch zu Ende lesen, dessen Autor ich eine Rezension versprochen habe. Ich werde mir selbst mal wieder ein Kleidungsstück nähen. Ich werde eine Geschichte zu Ende schreiben, die ich vor Ewigkeiten begonnen habe.

Doch vor allem werde ich hoffentlich viel Neues probieren. Denn ich weiß jetzt wer ich bin und was meine Motivation ist: Ich bin jemand, der gerne lernt - auch wenn ich mittlerweile denke, dass ich in den letzten Jahren manchmal zu viel gelernt habe.

Was ich eigentlich sagen will: Es ist wichtig, dass man weiß wer man ist und es ist gut, wenn man eine ungefähre Vorstellung hat, was man vom Leben will - aber es ist genauso okay sich zu verändern und sich selbst neu zu finden, weil ein Mensch doch nie ein Leben lang gleich bleibt, sondern ständig wächst, oder?

1 Kommentar:

  1. Fein, dass de deinen Weg gefunden zu haben scheinst und dass du ihn für dich selbst nicht nur akzeptabel sondern sogar als gut erachtest. Denn nur, wenn man mit sich und seinem Weg in Einklang steht, kann es dich voranbringen und Spass machen.
    Nichts ist widerlicher, als mit Horror zur Arbeit zu gehen und nur das Tagesende herbei zu sehnen; das weiss ich aus eigener Erfahrung.
    Klar kommt mit einem neuen Lebensabschnitt wie ner eigenen Wohnung oder neuen Tätigkeit einiges an Umstellung und Eigenveranrwortung hinzu, aber nach all dem, was ich hier über deine Selbstreflexion gelesen habe, bist du der Letzte, der sich diesbezüglich Sorgen zu machen braucht, das kannste getrost glauben.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles erdenklich Gute.
    Also - WEITER SO !!! ������
    Winny

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