Sonntag, 6. August 2017

Cruella De Vil - Cosplay

Nach den Berichten zur Leipziger Buchmesse, möchte ich noch einmal extra über mein Kostüm schreiben: Was habe ich mir dabei gedacht? Was ist daraus geworden? Und vor allem: Wie ist das daraus geworden?

Foto: Falk Krönert

Die Grundidee:
Meine Schwester und ich hatten die Idee, dass wir doch einmal Disney-Bösewichte cosplayen könnten. Das Problem dabei ist nur, dass ich - meiner Meinung nach - überhaupt keinem Bösewicht, der ich gerne mal sein würde, ähnlich sehe. Oder gibt es einen kleinen, jung aussehenden Fiesling?
Seit einiger Zeit interessieren wir uns für die japanische Mode und stießen dabei auf die Richtung "Lolita". Perücken mit Locken und/oder Zöpfen, süße Kleider mit Petticoat, Schleifen... und alles ist möglich!
Warum also nicht mal diesen Modestil mit einer grausigen Trickfilmfigur vermischen?

Näh-Fortschritte und Näh-Probleme und Fusselmonster

Cruella De Vil:
Warum ausgerechnet sie? Na, weil ich sie mag!
Nein, natürlich nicht ... Ich finde sie ganz abscheulich und genau das hat mich gereizt. Cruella De Vil aus "101 Dalmatiner" ist eine kaltblütige, verrückte Diva, die eine Mischung aus Eleganz, Überlegenheit, Hysterie und Grauen ausstrahlt. Genau das wollte ich auch tun und so habe ich eine jüngere Cruella erschaffen, der ich eher gerecht werden kann als der Originalen.


Das Kleid:
Cruella trägt im Film ein langes, enganliegendes Neckholder-Kleid. Das Oberteil habe ich mit dem Halterneck-Oberteil aus dem Buch "Kleider nähen" von Tanya Whelan beibehalten. Für den typischen weiten Lolita-Rock ab der Taille, nahm ich das Dirndl-Schnittmuster "Burda 7057" zur Hand. Dieses Rockteil schwingt wunderbar, vor allem aber mit dem Petticoat darunter.


Aus welchem Stoff Cruellas Kleid eigentlich ist, kann ich nicht genau sagen, aber ich fand Satin sehr passend. In einem Baumwollkleid kann ich mir die Dame nicht vorstellen - dann eher noch in Samt. Aber richtig guten Samt kann ich mir nicht leisten - deshalb doch lieber Satin. Das einzige Problem dabei ist nur: Ich hasse es Satin zu vernähen - es rutscht so schlimm!


Die Jacke:
Eigentlich trägt Cruella De Vil einen langen, dicken, weißen Fellmantel. Dies hätte aber nicht mehr zu meinem Stil gepasst. Um das ganze Outfit interessanter zu machen und um besser zu verdeutlichen, wen ich eigentlich darstellen möchte, wählte ich Fellimitat mit Dalmatiner-Print - auch wenn das heißen würden, dass sie die Dalmatiner-Kinder tatsächlich umgebracht hat. Aber so war ja auch das Motto: Süß und makaber.
Für das Futter der Jacke nutzte ich roten Satin und um den Ärmelsaum ordentlicher zu gestalten, verwendete ich schwarzes Satin-Schrägband.


Das Schnittmuster war ursprünglich für einen Pullover angedacht - "Burda 115C-082015-DL". Hier habe ich einfach aus dem Vorderteil zwei Teile gemacht und das Futter herein genäht. So hatte ich eine leichte Jacke, die ab und zu - ganz cruellamäßig - von den Schultern gerutscht ist.


Das komplette Kostüm:
Natürlich reichen Kleid und Jacke noch nicht aus. Die Schleife, die ebenfalls wieder ein typisches Lolita-Merkmal ist, ist ebenfalls selbst gemacht. Auch die Handschuhe wollte ich mir ursprünglich selbst nähen, was aber leider meine Fähigkeiten überstieg und ich wollte ja schließlich, dass es gut wird.
Cruellas schwarz-weiße Kurzhaarfrisur wollte ich nicht übernehmen - die Langhaar-Lolita-Perücke mit den Zöpfen gefiel mir da schon viel besser und war passender.
Unter dem Kleid trage ich, wie schon erwähnt, den Petticoat, eine blickdichte schwarze Strumpfhose und - was man leider auf kaum einem Foto erkennen kann - rote Ballerinas.
Was auf keinem Fall fehlen darf, ist die Zigarettenspitze. Da ich allerdings selbst nicht rauche, kam ich mir beim posieren damit sehr unbeholfen vor. =)

Das MakeUp:
Ein weiterer Punkt ohne den dieses Kostüm auf keinen Fall ausgekommen wäre: Weißes Puder für eine vornehme, aber auch etwas kränkliche Blässe, schwarzen und grünen Lidschatten (den schwarzen machte ich mir auch in die Augenbrauen) und NATÜRLICH der rote Lippenstift.

Fotos: Falk Krönert

Zum Schluss:
Ich mag das Cosplay sehr gerne und ich mag es, wenn ich meine Version von Cruella De Vil verkörpern kann. Als die Leute auf der Buchmesse mich erkannten und mir sagten, wie toll sie mein Kostüm fänden, freute ich mich sehr darüber. Die tollsten Komplimente kamen jedoch meist von den Fotografen, die den Kontrast aus rot, schwarz und weiß bewunderten =D

ALLES AUF EINEM BLICK

Schnittmuster
Kleid: Halterneck-Oberteil aus "Kleider nähen" von Tanya Whelan; Burda 7057
Jacke:  Burda 115C-082015-DL

Material
Satin schwarz, rot: Der Stoffhandel
Fellimitat Dalmatiner, nahtverdeckter Reißverschluss (40cm), Zigarettenspitze: buttinette
Perücke: ladieshair.de (Amazon)

Weiteres
Handschuhe: Amazon
Petticoat: TopVintage
Strumpfhose: Deichmann

Samstag, 29. Juli 2017

Schmetterlings-Kleid - 12 Colours of Handmade Fashion

Langsam geht es doch wieder bergauf mit der Bloggerei, oder? Und da versäume ich es auch nicht, gleich wieder bei Selmins Aktion mitzumachen. Wie schon im Juni, wählte sie für diesen Monat zufällig gerade die Farbe aus, die ich eh geplant hatte zu vernähen:

Rot

Ich mag rote Kleider und ich sehe es gerne, wenn Frauen rote Kleider tragen. Leider besitze ich selbst viel zu wenige davon. Dieses Kleid nähte ich für meinen Urlaub in Wien. Einen Ausschnitt davon könnt ihr schon seit einigen Tagen in meinem Blogtitelbild sehen, nun seht ihr hier das ganze:



Der Stoff:
Beide Stoffe fand ich auf dem Stoffmarkt. Der Vintage-Stoff mit den verschiedenen Schmetterlingsarten fiel mir sofort ins Auge - es war wie Liebe auf dem ersten Blick! Nur leider eine etwas teuere Liebe, weshalb ich nur einen halben Meter davon kaufte und hoffte, dass mir irgendwann etwas passendes dazu einfallen würde. An einem anderem Stand fand ich dann den unifarbenen Stoff, der genau die gleiche Farbe wie die Schmetterlinge hat. Diesen nahm ich zur Sicherheit mit, doch die beiden Stoffe blieben sehr lange in meiner Kiste, weil ich nicht wusste, wie ich die Schmetterlinge richtig in Szene setzen sollte.


Der Schnitt:
Für das Oberteil nutze ich "Burda 7057" - schon zum zweiten mal in diesem Jahr. Wie ich schon beim Sternen-Kleid erwähnte, ist dies einer meiner liebsten Schnitte, weil er einfach gut sitzt (nur auf die vielen Abnäher habe ich meist keine Lust).


Für das Rockteil benutzte ich das Patchwork-Prinzip: Es besteht aus neun Rechtecken, die zusammengenäht ein großes Rechteck von etwa 50x200cm ergeben.
Dabei ist, wie man ja sehen kann, die obere und die untere Reihe aus dem Uni-Stoff und die mittlere Reihe aus dem Schmetterlingsstoff. Ich mag den Effekt, der dabei entstanden ist und ich bin froh, dass ich mir nur einen halben Meter gekauft habe, weil mir die Idee sonst gar nicht gekommen wäre.


Und sonst so:
Ich mag das Gefühl, wenn ich dieses Kleid trage und ich liebe Wien. Und ich liebe das Gefühl mit diesem Kleid durch Wien zu laufen. Wenn ich das Kleid an habe, fühle ich mich durch die Farbe etwas älter und durch den weiten Rock doch wieder sehr mädchenhaft - und genau das mag ich.
Ich weiß, vielleicht ist es nicht sehr bescheiden, dass ich von meiner eigenen Arbeit begeistert bin - aber es ist doch auch nichts schlechtes, wenn man in den Spiegel sieht und sich ausnahmsweise mal richtig wohl fühlt, oder?

Donnerstag, 27. Juli 2017

{Bericht} Leipziger Buchmesse - Sonntag (+Haul-Video)

Mein allererster LBM-Sonntag! Nachdem mir der Samstag gesundheitlich nicht so gut tat, ging es mir am Sonntagmorgen schon wieder besser. Zwar sah ich sehr zerstört aus, aber körperlich ging es mir gut und mich freute die Tatsache, dass wir an diesem Tag nicht auf den Zug angewiesen waren!
Diesesmal fuhren wir nämlich mit unseren Eltern und waren somit mit dem Auto unterwegs. Insgesamt lief der Tag sehr entspannt ab.


Als erstes traf ich Cata von Catas Welt. Dass wir uns auf der LBM treffen und kurz ein paar Worte wechseln, hat bereits Tradition - und nachdem wir im letzten Jahr kein Foto gemacht hatten, mussten wir das unbedingt nachholen.


Achtung Werbung: Bei Cata findet gerade anlässlich ihres 5. Bloggeburtstages ein Gewinnspiel statt, wo ihr gerne mal vorbei schauen könnt. =)















Anschließend schlenderten meine Schwester Laura und ich über die Messe. Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ungewohnt es war in "normaler" Kleidung dort aufzutauchen. Keine neugierigen Blicke, keine Fotografen, kein Richten der Perücke... Zwar liebe ich all das, aber es war einfach unglaublich angenehm, mich in Ruhe umsehen zu können. Und dafür haben wir auch den Tag genutzt: Durch die Gänge laufen, gemeinsam mit Cosplayern fotografieren zu lassen, Geld auf den Kopf zu schlagen (man gönnt sich ja sonst nichts) und - vor allem - einfach nur Spaß zu haben ohne groß aufzufallen.


Und Spaß hatten wir wirklich.
So stöberten wir bei den Jungendbüchern, in der Fantasyabteilung, aber auch dort, wo ich in den vorherigen Jahren noch nicht so viel Zeit verbracht habe, wie der Antiquariatsmesse mit ganz vielen wunderschönen alten Büchern. Dort habe ich mir aber leider nichts gekauft. Genauso interessant fand ich die Kinderbuchabteilung und die Musikverlage, wo ich von einer Frau vom Beethovenhaus-Bonn-Stand dazu ermutigt wurde, Beethoven auf meiner Ukulele zu spielen - was ich übrigens auch versuche. =D

↑ Creepy
Bei den Musikverlagen hatte man außerdem auch die Chance sein eigenes Instrument zu bauen (MDR KLASSIK), was ich natürlich ohne zu zögern ausprobierte. Was genau dabei heraus kam, könnt ihr im Video sehen.
Auf unserer Wandschaft kamen wir zufällig an einem Stand vorbei, wo man das Jonglieren erlernen konnte. Leider konnte ich nicht sehr lange bleiben, weshalb ich aber trotzdem von mir behaupten kann: Ich kann fast jonglieren!

Konzentration // Verzweiflung
Zwischendurch suchte ich noch andere Blogger, mit denen ich mich treffen wollte. Leider fanden wir uns nicht, aber ich war ja (hoffentlich) nicht zum letzten mal auf der LBM.
Da ich am Montag eine Arbeit schrieb und ich insgesamt noch viel für die Schule tun musste, verließen wir die Messe etwas früher als sonst. Es war ein sehr ereignisreicher Tag und wir haben viel gesehen und erlebt.
Wenn alles gut läuft, werde ich es im nächsten Jahr genauso machen - und dabei hoffentlich mehr Blogger treffen!

Und wenn es euch jetzt noch interessiert, findet ihr hier ein Video mit meiner Ausbeute und natürlich mehr zu meinem Instrumentenbau:

Dienstag, 25. Juli 2017

{Buch} Lichterregen - Im Rausch der Zeit


Titel: Lichterregen - Im Rausch der Zeit
Autor: Cristina Haslinger
Format: Kindle Edition
Seitenanzahl der Printausgabe: 450
Dateigröße: 812 KB
ASIN: B01EA68KO2
Verlag: Books on Demand
Verkauft durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Preis: 2,99€

Kurzbeschreibung von Amazon
Emily hat alles im Griff – bis sie über die Tatsache stolpert, dass sie in der Zeit reisen kann und sogar muss. Und das auch noch mit Auftrag! Als Daniel plötzlich ins Leben der 22-jährigen tritt, steht ihre Welt völlig auf dem Kopf. Auf der Suche nach ihrer Bestimmung begibt sie sich in die Vergangenheit und steht vor neuen Rätseln. Jetzt heißt es, einen kühlen Kopf bewahren. Wenn da nur nicht das Herz wäre …

Meine Meinung 
Seltsame Träume, in denen eine alte Frau zu ihr spricht, suchen Emily heim. Doch noch viel seltsamer wird es, als Emily sich plötzlich in einem Moment wieder findet, den sie bereits erlebt hat. Durch die Hilfe des Zeitreisenden Daniel, lernt Emily mit ihren Fähigkeiten umzugehen und kommt dabei den Geheimnissen ihrer Familiengeschichte auf die Spur.

"Lichterregen - Im Rausch der Zeit" ist nicht, wie anfangs erwartet, ein Wir-erleben-gemeinsam-Abenteuer-in-der-Vergangenheit-Roman, sondern eine Geschichte, in der sich die Protagonisten auf eine Art Forschungsreise in frühere Zeiten begeben. Es ist dabei mehr eine Familiengeschichte, als eine Liebesgeschichte (die Kurzbeschreibung trügt!), was zwar unerwartet war, ich aber positiv fand.
Dabei muss sich Emily immer wieder die Fragen stellen: Soll ich alles so hinnehmen, wie es ist? Ist der Ablauf der Zeit so richtig? Habe ich die Chance das Schicksal zu verändern?

Emily ist eine sympathische Figur, die bei der Lösung ihres Familiengeheimnisses wächst und stark wird. Auch Emilys Familienmitglieder wuchsen mir ans Herz - manche mehr, manche weniger - was aber von der Autorin wohl gewollt war. Manchmal kam ich jedoch mit den Figuren durcheinander und musste teilweise länger überlegen, wer wer ist und in welche Zeit er gehört.
Auch Daniel fand ich anfangs etwas verwirrend, weil er zwei mal existiert: Der Zukunfts-Daniel und der Gegenwarts-Daniel, aber das Prinzip habe ich relativ schnell verstanden.
Ich hätte gerne mehr über den Charakter Mark erfahren. Meiner Meinung nach fehlte es ihm an Tiefe, aber vielleicht ändert sich das im zweiten Band.

Dass es einen Fortsetzungsroman gibt, erfuhr ich erst am Ende des Buches, da dieses sehr offen ist. Eigentlich habe ich es lieber, wenn ich vorher schon weiß, dass es weitergehen wird - da mir aber das Buch so gut gefallen hat, freue ich mich darauf es bald weiterzulesen.

Fazit
"Lichterregen" war anders als erwartet, aber trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen) spannend zu lesen. Es machte mir Spaß gemeinsam mit Emily zu rätseln. Nur die Zuordnung der Familienmitglieder störte ab und an den Lesefluss.
4 von 5 Lichtern
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Die Autorin
Cristina Haslinger wurde 1983 in Hamburg geboren. Schon als Kind schrieb sie gerne Geschichten und Gedichte. Nach dem Abitur ergriff sie einen kaufmännischen Beruf und im Jahre 2016 veröffentlichte sie ihr erstes Buch "Lichterregen". Heute lebt sie mir ihrem Mann und ihrem Kater im Norden von Hamburg.